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"Ein großer Erfolg auf ganzer Linie"                                      

Wir sind am Ende des Tages mit allen Teilnehmern überglücklich und haben es tatsächlich geschafft. Diese Gedanken gingen bestimmt vielen durch den Kopf, als der erste Porsche Club Cup am Bilster Berg an einem sonnigen Abend am 16. Mai zu Ende ging. Aber alles der Reihe nach und erst einmal zurück zu den Vorbereitungen zur ersten großen Motorsportveranstaltung in Deutschland nach dem Ausbruch der Corona Pandemie.

Es fing ein paar Monate zuvor mit den üblichen Abstimmungen, dem Vertragsabschluss mit dem Bilster Berg und der Ausschreibung für die verschiedenen Wertbewerbe an. Die Vorbereitungen für dieses so wichtige Event des Porsche Club Hamburg, das gemeinsam mit dem Porsche Club Deutschland veranstaltet wird, liefen reibungslos und in gewohnten Bahnen.

Dann wurde etwa Mitte März klar, dass das alles durch die ausbrechende Corona Krise in Frage gestellt war. Nicht nur waren plötzlich Hotelunterkünfte für private Zwecke nicht mehr erlaubt, auch sportliche Veranstaltungen und selbst Treffen im Freien waren von einem Tag auf den anderen behördlich untersagt. Dies galt natürlich auch für die Rennstrecke am Bilster Berg. In den nächsten Wochen stellte sich dem Organisationsteam des Porsche Club Hamburg bestehend aus dem Präsidenten Vitus Harder, Sportleiter Frank Ripp und Geschäftsführer Klaus Schaffrath die Frage, ob und wann doch noch die erforderlichen Lockerungen der Corona bedingten Restriktionen erfolgen könnten.

Bekanntlich sind Vorhersagen dann besonders schwierig, wenn sie in die Zukunft gerichtet sind. In diesen Zeiten stellte das eine noch größere Herausforderung dar. Besonders vor dem Hintergrund, dass diese politischen Endscheidungen heute getroffen, morgen von den regionalen Ämtern schon wieder ganz anders ausgelegt wurden Es wurde schnell klar, dass dieser erste Porsche Club Cup Lauf am Bilster Berg, nur dann erfolgreich durchgeführt werden könnte, wenn wir mit einem klaren Hygiene Konzept und deutlichen Verhaltensregeln für alle Teilnehmer sowie das Orga-Team und mit einer Beschreibung aller wesentlichen Abläufe aufwarten könnten. Dieses Konzept wurde zügig durch den Porsche Club Hamburg erstellt und mit dem Vorstand des Porsche Club Deutschland abgestimmt. Auf dieser Basis erhielt letztendlich auch der Bilster Berg, nur eine Woche vor dem Veranstaltungsbeginn die erforderliche Genehmigung, die kurz zuvor noch von den Behörden abgelehnt worden war. Dies geschah vom Vormittag auf den Nachmittag am 08.05.2020.

Die ursprüngliche geplante Hotelunterkunft in der Nähe der Strecke war aber weiterhin durch die behördlichen Verfügungen in NRW unmöglich. Glücklicherweise ist das Bundesland Hessen nicht weit vom Bilster Berg entfernt, und wir fanden im Welcome Hotel in Bad Arolsen ein hervorragendes Ausweichquartier. In Hessen war punktgenau für den 15. Mai ein Hotelaufenthalt, auch für private Reisen, freigegeben worden. Ein bisschen Glück gehört also auch dazu.

 

Schon im Vorfeld war das Interesse am Porsche Club Cup auf dem Bilster Berg groß. Es gab offensichtlich geradezu einen Heißhunger darauf, endlich wieder einmal richtig auf der Rennstrecke zu fahren. Das wussten wir bereits aus zahllosen Anfragen. Gegen Ende der verlängerten Nennungsfrist begann aber ein regelrechter Run auf die begehrten Plätze, und wir waren am Ende komplett ausgebucht. Schließlich fanden sich am frühen Morgen des 16. Mai über 60 teilnehmende Fahrzeuge aus ganz Deutschland auf der bildschönen Anlage des Bilster Berg ein.

Durch die tatkräftige Unterstützung einer ganzen Reihe von Helfern verlief der morgendliche Streckenaufbau und die Papierabnahme erstaunlich zügig. Die Umstellung der Abläufe auf ein Einbahnstraßensystem, einschließlich Funk und Transponderausgabe, lief problemlos ab. Kleinere Wartezeiten wurden mit lange aufgestautem Gesprächsbedarf gefüllt und damit gerne ertragen.

Über den ganzen Tag stand uns Michael Haas als Sportleiter des PCD mit seiner langjährigen Erfahrung mit Rat und Tat zur Seite. Die Fahrerbesprechungen fanden im Freien und unter Corona-Bedingungen mit Sicherheitsabständen, per Funkgerät, statt. Vorab hatten die Teilnehmer per E-Mail bereits die wichtigsten Fahnen erklärt bekommen sowie eine Streckenpräsentation erhalten. So konnten wir pünktlich mit dem geführten Fahren genau wie im Zeitplan vorgesehen beginnen. Apropos Zeitplan: Alle Fahraktivitäten über den ganzen Tag hinweg starteten genau auf die Minute wie im Zeitplan vorgesehen. Das bekommt man auch nicht immer hin.

Es gab die übliche Aufteilung in die fahraktiven Gruppen Rot und Schwarz sowie die Gruppe Blau für das Fahrtraining. Diese Gruppe mit kaum Motorsporterfahrungen bekam eine eigene und ganz individuelle Fahrerbesprechung. Hierbei wurden die Grundkenntnisse vermittelt und es entstand ein reger Austausch in der Gruppe.

Alle Gruppen absolvierten am Vormittag nach dem geführten Fahren ihre Trainingsläufe auf dem kurvenreichen Kurs. Mittags ging es in drei Gruppen und hintereinander ins Bistro “Turn One” ins Clubhaus. Während die eine Gruppe noch fuhr machte die andere Pause. Alle Beteiligten bestätigten das vorzügliche Mittagessen. Die individuelle Zusammenstellung der hinter Plexiglas präsentierten Speisen wurden auf einem Teller angerichtet und direkt an den Gast ausgegeben; genauso mit den Getränken und Nachspeisen. Eine tolle und sichere Lösung für alle Beteiligten. Am Nachmittag folgten die zwei Wertungsläufe, die mit gewohnt entschlossener und doch disziplinierter Fahrweise auf dem anspruchsvollen Kurs absolviert wurden.

Nach so langer Zeit der motorsportlichen Enthaltung schien es fast schon wie eine Erlösung wieder einmal so viele Porsche artgerecht auf der Strecke in Action zu sehen und zu hören. Es gab ein vielfältiges Bild von fantastischen Porsche Sportwagen zu bewundern. Gut ein Drittel der Nennungen, also über 20 Fahrzeuge, waren GT Fahrzeuge vom 996 GT3 über GT 4 bis zum 991 GT3 RS. Auch der extrem schnelle, gelbe 914/6, mehrere Transaxle Porsche und natürlich viele andere 911er waren dabei.

Eine besondere Herausforderung hatten die Teilnehmer der Langstreckenwertung am Nachmittag zu absolvieren. Innerhalb einer Fahrzeit von 1h musste in einem Zeitfenster ein 60 Sek. Boxenstopp eingelegt werden, bei einigen Teilnehmern einschließlich eines Fahrerwechsels. Es stellte sich heraus, dass ein paar Fahrer nicht zum Boxenstopp innerhalb des vorgeschrieben Zeitfensters hereinkamen. Da ging der Fahrspaß auf der Strecke vermutlich vor, wie das Wertungsergebnis dann zeigte.

Gerade im Hinblick auf die große Bandbreite der teilnehmenden Fahrzeuge gilt eine besondere Anerkennung für die jahrzehntelange Unterstützung durch die Mechaniker des Porsche Zentrum Hamburg, die mit einem Service Wagen vor Ort waren. Alle auftretenden Probleme an den Fahrzeugen wurden routiniert und effizient gelöst. Ob es Bremsprobleme bei einem äußerst entschlossen bewegten GT3 RS oder die Lenkung bei einem historischen Transaxle war, die Autos waren schnell und sicher wieder auf der Strecke. Das war wieder einmal der Beweis der hervorragenden professionellen Expertise, die uns auch im Alltag durch das Porsche Zentrum in Hamburg zur Verfügung steht.

Nach dem abschließenden Freien Fahren zeigte die Schallkontingent Statistik einen Wert von 98% Ausnutzung. Praktisch eine Punktlandung, und das will bei den vielen GT3 Fahrzeugen etwas heißen. 

Die Zeitnahme durch Christoph und Monika Preu lieferte wie gewohnt effizient und prompt die Ergebnisse, und so konnte nach dem Freien Fahren umgehend die Siegerehrung erfolgen. 

Die verdienten Pokale für die jeweils drei Erstplatzierten in den einzelnen Klassen wurden von den Siegern selbst vom eigens dafür vorbereiteten Tisch genommen, aber das hat der Freude und guten Stimmung bei der Siegerehrung überhaupt nicht geschadet.

Gesamtsieger: 1. WL Andreas Friedrich, im 2. WL gewann Dieter Klein.

In der Histo-Wertung gewann: 1. WL Dirk Rabehl und 2. WL erneut Dieter Klein,

mit der fabelhaft geringen Abweichung von 1/1000 Sekunde.

Bei der Langstrecke siegte Dieter Kohm mit nur 23 Fehlerpunkten.

In der spärlich besetzten Damenwertung siegte Ingrid Battefeld vom PC Kassel.

Alle weiteren Platzierungen können unter den bekannten PCD Rubriken eingesehen werden. Die Sonderpreise für erwähnenswerte Fahrleistungen wurden an Werner Hippe und Peter Wester übergeben.

Auch in diesem Jahr hat unser Fotograf, Axel Schmies eine Vielzahl von tollen Momenten mit seiner Profikamera festgehalten. Diese können über ihn in Profiqualität erworben werden. Kontakt: www.axelschmies.com oder mail@axelschmies.com.

Das war ein extrem, schöner Motorsporttag!

Text: Klaus Schaffrath

Bilder:  Axel Schmies

Weitere Bilder sind im Mitgliederbereich in der Bildergalerie zu finden.

Bilster Berg 2020

 

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